Im Original ist dies Streets of London ein Lied von Ralph McTell, und schon beim ersten Zuhören habe ich den Text leicht umgedichtet. Die Änderungen sind nur minimal, erfordern dichterische Freiheit und sind sicherlich nicht besonders gut, aber mit gefällt’s
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Diese Geschichte fällt unter die Kategorie “Weltfremd”, denn sie stammt noch aus meiner SWG-Zeit. Wer sich also nicht von LotRO ablenken lassen will, der sollte nicht weiterlesen
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Ich bin jetzt schon seit – seit einigen Tagen hier an diesem Ort, vielleicht auch schon seit Wochen. Wie sehr ich doch die Hobbitküche vermisse. Hier lebe ich nur von den Beeren und Wurzeln, die ich finde, und ab und zu erwische ich auch einmal ein Kaninchen, einmal bisher sogar einen Keiler.
Momentan regnet es draußen. Der Regen fällt einfach so wie lange Schnüre vom Himmel, es geht fast kein Wind. Es ist alles unglaublich deprimierend. Langsam habe ich das Gefühl, dass ich den Verstand verliere, so einsam wie ich hier draußen bin. Doch wage ich mich einfach nicht hier weg. Es ist schon gut, dass ich meine Gedanken meist aufzeichne, sonst hätte ich wohl schon wieder vergessen, warum ich hier im Exil hocke.
Ob es ihnen allen gut geht? Ich hoffe es.
Ich vermisse sie… Saelrandir und Yaerdis, Farol und Lhin, Silbion und Nanaisu…, die ganzen Hobbits, den ganzen Haufen.
Mir fehlen meine Freunde.
Mir fehlen meine Tiere.
Mir fehlt mein Leben.
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Vogelgezwitscher weckte Faronthir aus einem unruhigen Schlaf. In letzter Zeit konnte er sich nicht an seine Träume erinnern, doch er wachte immer mit einem unguten Gefühl auf. Außerdem fühlte er sich so erschöpft, als hätte er sich gar nicht erst hingelegt. Eine Weile blieb er noch liegen und lauschte dem Gesang. Viele Dinge gingen ihm durch den Kopf, gute wie schlechte, und wieder fragte er sich, was er nur tun sollte. Langsam musste er eine Entscheidung treffen, er konnte sich nicht für immer hier verstecken.
Er stand mühsam auf, seine Knochen protestierten mit einem Knacken, und verließ den Raum, in dem er sich die letzten Tage aufgehalten hatte. Oder waren es vielleicht schon Wochen? Er wusste es nicht mit Sicherheit. Es war ein schöner Morgen, die Sonne schien und es war warm. Der kleine Vogel saß auf einem Gestrüpp, das aus der geborstenen Mauer der Ruine herauswuchs, und sang sein Lied. Lächelnd ging Faronthir auf das kleine Tier zu und streckte die Hand danach aus. Der Vogel plusterte sich auf, tschilpte protestierend und flog davon.
Die Hand immer noch ausgestreckt, verblasste Faronthirs Lächeln. Von diesem kleinen Geschöpf abgelehnt zu werden tat ihm in der Seele wehe. Und es geschah nicht zum ersten Mal. Seit Faronthir dieses… Ding mit sich herumtrug, wollte kein Tier mehr in seiner Nähe sein. Scheinbar konnten sie es fühlen. Ihm fiel seine erste Begegnung mit Yarna wieder ein, und wie er eine Karte vom Stapel ihrer Tarot-Karten genommen hatte. Der Eremit. Wie bezeichnend.
Er ließ die Hand langsam sinken, neigte den Kopf und schlich zurück in seinen Unterschlupf. Wenn dies sein Schicksal sein sollte, was konnte er schon dagegen tun?
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Da ich hier, in dem mir selbst auferlegten Exil, nicht viel zu tun habe, verbrachte ich einige Zeit damit, den Stein genauer zu betrachten. Es ist wirklich eine großartige Arbeit. Natürlich mag es sein, dass mein Urteilsvermögen durch dies Ding getrübt wird und ich es mit anderen Augen sehe – oder eben nur das sehe, was es mich sehen lässt.
Doch so oder so, möchten in mir Zweifel hochkommen, dass es sich hierbei um ein Werk des Feindes handelt. Dafür wirkt es zu schön und zu sauber. Doch hat er schon einmal andere für sich arbeiten lassen… Ich wünschte, ich könnte mich mit den Anderen austauschen, doch wage ich mich einfach nicht hervor. Wer weiss, welches Leid ich unter sie tragen würde. Wieder verspüre ich diesen Druck in meinem Kopf. Was es auch immer ist, irgendetwas geht von diesem Stein aus, und all mein Wissen hilft mir nicht, davon loszukommen.
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Dieses Ding, es ist so trügerisch still in letzter Zeit. Hatte ich zuerst das Gefühl, als würde es mir beständig Worte ins Ohr flüstern, so ist es jetzt eher wie ein leichtes Ziehen oder Drücken, wenn ich mich in eine Richtung bewege, die dem Ding nicht gefällt. Und das macht mir noch mehr Angst.
Ich habe inzwischen herausbekommen, wo ich mich hier aufhalte. Ich kannte diesen Ort noch nicht, obwohl ich ihn schon oft aus der Ferne gesehen habe. Damit weiss ich auch, wie ich wieder nach Hause käme, aber… Ich traue mich nicht. Es ist nicht wegen dieses Dings… oder vielleicht doch. Es würde mich vielleicht nicht davon abhalten, zu den Anderen zurückzukehren, aber was soll ich zu ihnen sagen? Was soll ich meinen treuesten Gefährten erzählen, die ich so schändlich behandelt habe. Was soll ich Archo erzählen?
Bei meinem Bart, ich hoffe, dem Kleinen geht es gut. Ich würde es mir nie verzeihen wenn… Aber darüber möchte ich nicht einmal nachdenken. Achas wird mir wahrscheinlich einfach den Kopf abbeißen, und es würde mir nur recht geschehen. Ich spüre wieder so ein Ziehen in meinem Kopf. Ich hoffe, ich wir stehen diese Sache durch. Ob noch andere Sonnenwindler betroffen sind? Vielleicht sind ja schon gar keine mehr übrig, vielleicht sind sie sich im Wahn dieses Dings gegenseitig an die Kehle gegangen.
Ich muss aufhören, der Druck in meinem Kopf wird zu stark.
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Dieses Ding, dieses elende Ding. Es vergiftet meinen Geist, ich kann spüren, wie es beständig versucht, meine Gedanken zu manipulieren. Und viel zu oft hat es Erfolg. Ich glaube, ich habe meinen Freunden schlimmes angetan, auch wenn die Bilder in meinem Kopf wirr sind. Und keiner von ihnen ist bei mir. Zum ersten Mal seit Jahren bin ich völlig allein. Das Ding flüstert mir zu, dass es auch gut so wäre, doch inzwischen kann ich seine Stimme von meiner unterscheiden, wenn auch unter Schmerzen. Ich habe meine letzten Einträge gelesen und habe mich furchtbar erschreckt. Es ist unzweifelhaft meine Handschrift, aber es sind nicht meine Worte.
Verflucht soll sein, wer auch immer mir dies Ding untergeschoben hat!
Ich sollte zur Gemeinschaft zurückkehren, aber ich habe keine Ahnung, wo ich hier überhaupt bin. Ich kann es lachen hören…
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allesamt, jawohl, das sind sie. Kleine unbedeutende Maden, die in ihrem eigenen Dreck wühlen. Was sind sie schon gegen mich? Aber sie wissen das auch, oh ja, sie wissen es. Und sie sind neidisch auf mein Wissen und mein Können. Maden, neidische. Allesamt. Aber ich bin zu schlau für sie, viel zu schlau. Ich habe mich versteckt vor ihnen, und wenn ich auf dem Höhepunkt meiner Macht bin, werde ich über sie ziehen wie ein Gewittersturm.
Sonnenwind, pah!
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Langsam reicht es mir, wie ich von einigen meiner sogenannten “Freunde” behandelt werde. Ich bin mir sogar fast sicher, hinter meinem Rücken nennen die mich einen verwirrten alten Tattergreis. Glauben die etwa, ich würde ihr Gekicher nicht hören? Oder ihr kaum verborgenes Grinsen nicht bemerken?
Sie sollten sich lieber einmal selbst an die Nase fassen, oh ja. Selten habe ich eine Mischung so vieler Marotten gesehen wie hier. Von der Elbin, die sich in die Hose macht, wenn mal mehr als eine Person in ihrer Nähe steht, über die Hobbits, die nur an’s Fressen denken bis zu einigen der Menschen, die sich so toll vorkommen, wenn ihre Wortwahl unter der Gürtellinie liegt. Die sollten doch erst mal vor ihrer eigene Türe kehren! *klecks*
Wenn ich genauer darüber nachdenke, müssten sie mir eigentlich dankbar sein, dass ich mich überhaupt mit ihnen abgebe, dass ich mein Licht über ihnen leuchten lasse. Und wie danken sie es mir? Indem sie mich verspotten! Aber sie werden schon sehen, was sie davon haben, oh ja, das werden sie.
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“Verdammt!” Berriks Faust donnerte auf den Tisch, und die darauf befindlichen Figuren und Modelle schwankten. “Das ist doch Wahnsinn! Osgiliath ist nur noch die Leiche, das abgezehrte Knochengerüst einer Stadt! Es ist Wahnsinn, wieder und wieder Menschen in den Tod zu schicken, um sie zu halten!”
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