An diesem Abend schrieb Faronthir in sein Tagebuch:
Anders als geplant wurde dieser Tag. Kaum aus den Toren der Feste Guruth getreten, wurde ich einer Person ansichtig, deren Gesichtszüge ich erkannte. Es war eben jene junge Frau, welche sich zur Eigenart gemacht hat, die Geschichten anderer umzudichten und ihnen neue Formen zu geben, mit dem Namen Lhin. Ihr zur Seite stand ein Mann, dessen Name wohl Farol lautet, ein agressives Exemplar der Gattung Mensch, mit einem vorlauten Mundwerk und keinem Respekt gegenüber der Länge und Farbe meines Bartes.
Ich fand seine Gegenwart auf eine seltsame Art erfrischend, auch wenn ich das eine oder andere Mal einen Anflug von Ärger verspürte. Es heißt „Nicht alles, was Gold ist, glänzt.“ Und auch wenn ich diese Zeilen vielleicht einer anderen Person als diesem Farol zuordnen würde, so beinhalten sie doch eine tiefere Wahrheit. Mein Interesse ist jedenfalls geweckt.
Die restlichen Bilder des Tages gleiten schneller an mir vorbei, als dass ich sie festhalten und niederschreiben könnte. Sümpfe mit roten Wasser, aufgedunsene Leiber der Untoten, seltsame Geistwesen, üble Menschen und am Ende dieser *hier verändert sich die Schrift ein wenig* furchtbare Baum, wie einige der Bäume aus dem alten Wald, nur finsterer, böser. Er ging mit Bienenschwärmen und seinen Wurzeln gegen uns vor, doch schließlich obsiegten Bogen, Laute und Stab.
Selten war ich so müde wie nach diesem Kampf. Hier war es, dass wir beschlossen, nicht mehr weiter zu ziehen. Es gelang Farol, uns sicher und schnell zur Feste Guruth zu leiten. Hier schreibe ich nun noch diese letzte Zeile, bevor ich mich zur Ruhe begebe.
(Quelle)