An diesem Abend schrieb Faronthir in sein Notizbuch:
Heute ergab es sich, dass ich mit dem Herrn Fingrim, seines Zeichens Zwerg und Barde, durch die Region zog, welche als die Trollhöhen bekannt sind. Nachdem wir uns zunächst um ein dringendes Wolfsproblem gekümmert hatten, trafen wir auf einen Elben namens Arrod, welcher uns sein Leid klagte.
Er wollte um eine Elbenfrau werben und dazu eine Halskette anfertigen. Leider konnte er jedoch seinen Posten nicht verlassen, und da kamen wir ins Spiel. Zunächst sollten wir die Feder eines Hendroval besorgen. Glücklicherweise hatte ich bereits schon einmal solch eine Feder gefunden und kannte in etwa ganz genau die Gegend, in der sie zu finden sind. *hier ist ein kleiner Klecks*
Nach einiger kurzer Suche fanden wir das Gesuchte und kehrten zu Arrod zurück. Nun sollten wir noch eine Blume beschaffen – aber nicht irgendeine Blume, nein, es musste eine perfekte Lilie sein. Dem Zwerg Fingrim wurde es jetzt schon zu bunt. Ich denke, was Liebe und Romantik angeht werden Zwerge und Elben einander nie verstehen. Trotzdem machten wir uns auf die Suche – die Wegangaben waren ein weiteres Mal unglaublich präzise. ‘Irgendwo am Bruinen’.
Wir ritten also zunächst zur Furt und sahen uns dort um, leider erfolglos. Es blieb uns also nichts anderes übrig, als in das Wasser zu steigen. Das war auch zunächst keine Problem, und der Zwerg sprach “Hier kann ich noch stehen!”… und schon war er verschwunden. Prustend und schimpfend kam er wieder hoch. Ich glaube, das Schwimmen ist den Zwergen nicht viel weniger verhasst als den Hobbits.
Wir fanden schließlich ein Stück sumpfiges Land in einer Beuge des Bruinen. Auf dem angeschwemmten Land hatten sich hunderte von Blumen angesiedelt, aber leider auch einige dieser seltsamen zweibeinigen Geschöpfe, die alles und jeden in Reichweite angreifen. Wir waren gezwungen, einige von ihnen zu erlegen, bis wir eine Ecke fanden, an der sich eine ganze Gruppe von Lilien befand. Daraus eine ‘perfekte’ herauszusuchen war keine leichte Aufgabe. Wir suchten eine heraus und machten uns auf den Weg zurück zu Arrod.
Dieser war sehr glücklich über unseren Fund und fertigte aus dem ihm vorliegenden Material eine Halskette. Für eine eigentlich improvisierte Arbeit war das Ergebnis wundervoll anzusehen. Nun sollten wir die Kette noch überbringen. Aber wie waren wir überrascht, als die Angebetete das Geschenk nicht annehmen wollte. Anscheinend hatte Arrod versucht, die holde Elbenmaid ein wenig eifersüchtig zu machen, indem er vorgab, sich für eine andere zu interessieren. Na, der Schuss ging nun aber nach hinten los. Wir brachten also die KIette zu Arrod zurück – allerdings wollte er sie nicht mehr zurücknehmen…
Was soll ich sagen, die Kette liegt hier neben mir auf dem Schreibtisch. Ich muss Arrod, wenn ich das nächste Mal in der Nähe seines Postens bin, unbedingt fragen, ob er seiner Angebeteten wieder näher gekommen ist. Ich wünsche es ihm, wenn ich auch nicht wieder wegen ein paar Blumen durch den Bruinen schwimmen will.