Diese Geschichte fällt unter die Kategorie „Weltfremd“, denn sie stammt noch aus meiner SWG-Zeit. Wer sich also nicht von LotRO ablenken lassen will, der sollte nicht weiterlesen
Ein leichter Regen fiel und ließ zusammen mit dem Wind die Blätter der Bäume rascheln. Fast konnte man meinen sie würden miteinander flüstern. Und wenn sie etwas zu sagen hatten, dann gewiss nichts freundliches.
Zwischen den Stämmen der Bäume wanderten einige Gestalten umher. Rodianer. Jäger hätten sie sich genannt. Wilderer hätte es eher getroffen. Sie besaßen nicht die Erlaubnis sich hier aufzuhalten und schossen so ziemlich alles nieder, was ihnen vor die großen Augen kam. Vieles davon ließen sie einfach liegen, oder sie nahmen nur die Köpfe um Trophäen daraus zu machen und ließen den Rest verfaulen.
Einen Tag zuvor hatten sie ganz nebenbei noch einige Vertreter der RSF erledigt, welche sich zufällig in der Gegend befunden hatten – schließlich sollte ihre kleine „Jagd“ kein vorzeitiges Ende finden.
Die Gruppe der Rodianer bestand aus 20 Individuen. Sie alle gehörten zum Kawu Clan, ihr Anführer war Oogik Kawu. Gerade waren sie auf dem Weg in Richtung Süden, wo sie ihr Schiff versteckt hatten. Sie gingen in einer langen Linie, vorne die Privilegierten, hinten die Träger mit der Beute. Oogik unterhielt sich gerade mit seiner „Nummer Eins“, Geewee, einem Narbenübersäten Raubein, dem ein Sensor fehlte.
„Wir können mehr als zufrieden mit unserer Ausbeute sein. Mit dieser Jagd haben wir alle auf diesem Planeten vorkommenden Arten erwischt, einzig dieser Peko Peko Albatross fehlt uns noch.“ gab Oogik zufrieden von sich. Dabei verzog sich sein Rüssel zu dem Rodianer-Äquivalent eines Lächelns.
Geewee gab nur ein kurzes Brummen von sich. Er kannte die überschwängliche Art seines Chefs nur zu gut. Natürlich hatten sie nicht sämtliche Spezies erledigt, alleine der Gedanke war schon lächerlich. Aber sollte Oogik nur reden, das hielt in bei Laune und spendierfreudig. Während Oogik also weiter über ihre großen Taten prahlte, wandte Geewee den Kopf um nach dem rechten zu sehen. Eher unbewusst zählte er die Köpfe hinter sich – und stockte. Da fehlten doch welche…
„’tschuldigung“, fuhr er Oogik in seine Prahlerei, „aber da hinten scheint es ein Problem zu geben.“
„Ein Problem? Wovon sprichst du?“
„Die beiden letzten Trägerpaare fehlen. Ich werde mal nachsehen.“
Oogik gab einen Laut des Ärgers von sich. „Trödeln die schon wieder? Gut, geh zurück und mach ihnen Beine. Ich will vor morgen Abend wieder am Schiff sein!“
Geewee nickte und ließ den Zug anhalten. Dann trabte er nach hinten an das Ende der Reihe. „He, ihr zwei! Wo sind die vier die hinter euch liegen geblieben?“ Aber die Träger zuckten nur mit den Schultern – sie hatten das Fehlen der anderen Träger noch nicht einmal bemerkt. Sie waren zu sehr mit ihren schweren Lasten beschäftigt gewesen und hatten sich nur vorwärts gesehnt, um endlich in das Schiff und weg von der Schufterei zu kommen.
Fluchend ging Geewee einige Schritte zurück in die Richtung, aus der sie gekommen waren. Aus den Spuren am Boden war nicht viel zu erkennen, zu viele Füße waren hier entlang gegangen. Spuren abseits der Rodianerfährte gab es nicht.
Geewee ließ den Blick wandern und strengte seinen Gehör- und Geruchssinn an. Aber umsonst. Neben den Geräuschen einiger Tiere und dem stetigen Geräusch des Regens war nichts zu hören. Die Luft roch nach nassen Pflanzen und Gräsern.
„Ich habe da ein ganz mieses Gefühl…“
Er wandte sich um und kehrte zu Oogik zurück. „Es ist als wären sie vom Erdboden verschluckt worden.“
Oogik fluchte erneut. „Raubtiere?“
Geewee schüttelte den Kopf „Nein, da war nichts, keinerlei Spuren, keine Hinweise.“
„Zum Schiff schaffen wir es heute nicht mehr.“ Oogik sah hinauf zu den Baumwipfeln. „Und es wird bald dunkel. Wir schlagen das Lager auf und igeln uns ein. Lass ein Feuer anfachen und Teile Wachen ein. Ich will keine weiteren Überraschungen erleben.“
Gesagt, getan. Noch bevor es ganz dunkel werden konnte hatten die Rodianer einen Rastplatz errichtet und einige Zelte aufgebaut. Sie hatten sogar das Unterholz rund um das Lager entfernt, damit sich auch ja nichts anschleichen konnte. Sie fühlten sich absolut sicher, auch wegen der Wachen. Es waren immer 5 Mann zur Wache eingeteilt die sich ringförmig um die Zelte verteilt hatten
Oogik und Geewee saßen zusammen an einem Feuer vor dem größten der Zelte. Sie gingen noch einmal die Geschehnisse des Tages durch. Die verschwundenen Gruppenmitglieder waren natürlich das Hauptthema. Aber sie konnten sich auf die Sache keinen wirklichen Reim machen. Während sie noch so dasaßen und diskutierten zerriss auf einmal ein Schrei die Stille der Nacht.
Sofort war alles auf den Beinen um nachzusehen. Der Schrei kam von der Nordseite, irgendwo auf der Rückseite der Zelte und somit der dunkelsten Stelle im Lager. Nachdem sich die Aufregung etwas gelegt hatte bemerkten sie, dass 2 weitere Gruppenmitglieder verschwunden waren. Taschenlampen wurden gezückt und provisorische Fackeln gebastelt – aber wieder war nichts zu finden. Es gab keine Spuren am Boden, nicht einmal Blätter waren abgerissen worden. Jetzt machte sich langsam Angst breit, einige sprachen schon von Spuk und den Waldgeistern von Naboo. Oogik und Geewee versuchten die Gruppe zusammen zu halten, teils durch Überredung, teils durch Drohungen. Die Wachen wurden verstärkt. Keiner konnte während dieser Nacht Schlaf finden.
Am nächsten Morgen war die Gruppe auf 6 Mann geschrumpft. Bei der Untersuchung der Spuren ergab sich, dass sich einige aus Angst davongemacht hatten. Ihr Spuren führten vom Lager weg, um dann plötzlich aufzuhören.
Der Rest der Rodianer überlegt nicht lange. Sie nahmen die Beine in die Hand, ließen alles stehen und liegen. Sie wollten nur noch zu ihrem Schiff und aus diesem verfluchten Wald heraus. Sie legten ein gutes Tempo vor und waren bald nur noch eine gute Stunde von dem Landeplatz ihres Schiffes entfernt. Auf einer kleinen Lichtung mussten sie eine kurze Rast einlegen, sie waren völlig ausgepumpt. Sie hatten nicht lange etwas davon.
Währen die noch dasaßen oder –lagen, flog plötzlich ein Zylinder aus den Büschen hervor, mitten in die Gruppe hinein. Dort zerbarst er mit einem ohrenbetäubend Getöse und einem grellen Lichtblitz. Sofort waren sämtliche Sinne der Rodianer völlig überreizt. Aus dem Gebüsch traten nun einige Gestalten hervor. Sie alle trugen leichte Tarnkleidung und waren vor dem Hintergrund des Waldes praktisch kaum zu erkennen. Ihre Bewegungen waren absolut lautlos, dafür waren ihre Waffen um so lauter. Ihre Schüsse fielen zwischen die Rodianer und fällten einen nach dem anderen. Oogik wurde an der Schulter getroffen und herumgewirbelt und landete unsanft auf dem Bauch. Durch den Schleier der Farben vor seinen Augen versuchte er seinen Blaster wieder zu finden, welcher ihm beim Sturz aus der Hand gefallen war.
Als er die Hand um den Kolben der Waffe legte, spürte er plötzlich eine schweres Gewicht sowie einen stechenden Schmerz auf seinem Arm. Mit Mühe hob er den Kopf um aufzusehen. Vor ihm standen die Fremden, drei an der Zahl, und blickten auf ihn herunter. Einer von ihnen hatte seinen Fuß auf Oogiks Arm gestellt. „Verfl… verfluchte Ranger“ konnte er noch stammeln, dann wurde es dunkel um ihn.
Am nächsten Tag kam eine Truppe der RSF zum Landeplatz des Rodianerschiffes. Ihre toten Kollegen fanden sie aufgebahrt in den Kühlkammern des Schiffes, die eigentlich für Beute gedacht waren. Außerdem fanden sie verschiedene Aufzeichnungen, welche die Rodianer während ihrer Jagd und bei dem Überfall auf die RSF Truppe zeigten.
Oogik wurde an einem Baum vor dem Schiff gefunden. Seine Arme und Beine waren um den Stamm gelegt und auf der anderen Seite verschnürt worden, keine sehr bequeme Stellung. Außerdem hatte man ihm ein Schild mit der Aufschrift „Wilderer“ umgehangen.
Der Chief der RSF Ermittler nahm seine Kappe ab und kratzte sich am Kopf. Das war nicht das erste Mal, dass die Ranger auf eigene Faust gehandelt hatten. Aber ihre Arbeitsweise war ihm immer noch irgendwie unheimlich. Als er seinen Blick über den Landeplatz wandern ließ, bemerkte er eine undeutliche Bewegung. Als er genau hinsah erkannte er einen Mann in Tarnkleidung, welcher sich grüßend an die Kopfbedeckung fasste. Der Chief nickt der Gestalt zu, welche sich dann umwandte und innerhalb eines Augenblickes unter den Bäumen verschwunden war.
*schwelg und zurückdenkt an Naboo*