Ich bin nicht mehr allein. Wie sie es geschafft hat, weiss ich nicht, doch gestern Abend stand auf einmal Achas vor dem Eingang meiner Zufluchtsstätte. Vermutlich hat sie ihre feine Nase hierher geführt, oder sie besitzt einen Instinkt, der mir unbekannt ist. Sie stand einfach nur da und blickte in meine Kammer hinein. Hätte der Wind nicht gedreht und ihren Geruch in meine Richtung getragen, ich hätte sie vermutlich überhaupt nicht bemerkt.
Mir schlug das Herz bis zum Hals. Ich hatte sie sofort erkannt, aber ich hatte Angst davor, wie sie auf mich reagieren würde, nachdem ich ihr und den Anderen so übel mitgespielt hatte. Ganz vorsichtig bin ich auf sie zugegangen. Ihre Augen waren – es ist schwer zu beschreiben. Da war keine Anklage, sondern Verständniss und eine grimmige Entschlossenheit. Ich streichelte über ihren großen Kopf, dann sank ich auf die Knie und umarmte das Tier. Wie lange ich so dort hockte, weiss ich nicht, aber es hat mir unheimlich gut getan.
Wir waren dann noch unterwegs – sie drängte mich geradezu, mein Verteck zu verlassen. Einen Widerspruch hätte sie sicher nicht zugelassen. Ich habe mich vorsichtig unter die Leute am Bühl gemischt – ist denn tatsächlich schon wieder ein Fest im Gange – und habe mir dort frische Nahrungsmittel besorgt.
Aber noch bin ich nicht bereit, mein Versteck endgültig zu verlassen. Noch nicht. Ich bin immer noch nicht völlig Herr über mich selbst. Ob ich das jemals wieder sein werde?