Ein weiterer Eintrag im Notizbuch:
Die Zustände in Galtrev sind erschreckend, und das in vielerlei Hinsicht. Die Menschen hier stehen unter der Aufsicht von Halborks, allesamt Schergen der Weißen Hand. Sie schuften wie verrückt. Und einige tun dies tatsächlich freiwillig. Der Hass der Dunländer gegen Rohan sitzt tief, und viele schenken Sarumans Versprechungen Glauben. Der Verräter redet den Dunländern ein, er würde mit ihnen gegen Rohan kämpfen, um ihnen dann ihre angestammten Länder zurück zu geben. Sie glauben es wirklich.
Ich habe schon mehrfach von Sarumans besonderer Begabung gehört, von seiner silbernen Zunge. Wie es scheint, hat er einige seiner Schergen in dieser Kunst unterwiesen. Einige der Menschen, die eindeutig Orkblut in ihren Adern haben, drücken sich geschickter aus, als so mancher hohe Herr, dem ich in meinem Leben begegnet bin.
Aber noch mehr der Dunländer sind nichts anderes als Sklaven, Arbeitsmaterial, von dem es genug gibt und um dessen Nachschub man sich kaum Sorgen machen muss. Ich schrieb ja bereits darüber, dass man uns einfach in dieses Dorf Galtrev ließ und uns einfach nur für weitere Arbeiter hielt. Wir haben mit den Aufsehern gesprochen und bekamen direkt eine Art leitenden Posten angeboten. Man stellte uns vor die Wahl: Entweder konnten wir diesen armen Menschen helfen, oder wir konnten ihnen mit der Peitsche Beine machen. Unter keinen Umständen würde ich zweiteres tun, niemals. Also hörten wir uns um und gingen den Leuten zur Hand.
Wir gingen dabei mit besonderer Umsicht vor. Damit will ich sagen, dass unsere Speere eher deren Träger schädigen werden, als einen Feind Sarumans zu töten. Und einige der Belagerungsmaschinen werden bereits auf dem Weg zu ihrem Einsatzort in sich zusammen fallen.
Und Saruman bereitet sich auf einen Krieg vor. Die Zahl der Waffen, die hier gefertigt werden, ist gewaltig. Ich weiss nicht, wen er damit ausrüsten will, woher er die Zahl der Kämpfer holen will. Denn wenn es so weitergeht, hat er die Bevölkerung von Dunland bald verschlissen.
Ich will noch erwähnen, dass unsere kleine Gruppe nicht alleine hier tätig ist. Ich habe einzelne Blicke und Worte mit Anderen getauscht, die das gleiche Ziel wie wir verfolgen. Vielleicht werden wir es schaffen, dieses Dorf von seinen Unterdrückern zu befreien, ob nun mit deren Unterstützung oder ohne.
Oh, eines darf ich auf keinen Fall vergessen. Unsere kleine Gruppe ist inzwischen um eine Person angewachsen. Frau Faeril stieß in Galtrev zu uns und hat mit uns zusammen die verschiedenen Aufgaben bewältigt. Und ich sage es noch einmal: Alle Wege führen jetzt in den Süden. Es ist mehr als ein reiner Zufall, dass wir uns hier, so weit entfernt von Bree, über den Weg laufen.
