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Archiv der Kategorie: Erzählung

Schilderung von Ereignissen, als käme sie von dritter Seite.

Unter Hobbits

Als Faronthir erwachte, brummte sein Schädel immer noch. Statt zweier Trolle trampelten jetzt allerdings sämtliche Pferde Rohans darauf herum. Ihm war schlecht vor Schmerzen. Die Welt schien sich um ihn zu drehen. Ab und zu schlug sie sogar mal einen Salto. Er blickte in den Himmel und stöhnte. Es fiel ihm schwer, ich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Darum dauerte es wohl auch eine Weile, bis ihm die Stimmen auffielen. Er war wohl nicht mehr alleine.

Faronthir wollte sich aufsetzen, konnte aber kaum den Kopf heben. Die Welt machte einen weiteren Salto, seinen Kopf zog es hierhin und seinen Magen dorthin. Also blieb er still liegen, schloss die Augen und konzentrierte sich erst einmal darauf, einfach nur zu atmen. Ein. Aus. Ein. Aus. Ganz langsam ließ das Schwindelgefühl nach. Versteckt in Faronthirs Hinterkopf wartete es nur auf eine neue Chance.

Ein Schatten legte sich über Faronthirs Gesicht. Jemand stand über ihm. Jemand der nach Braten mit Soße, Bratkartoffeln und Pfeifenkraut roch. Vorsichtig öffnete der alte Mann ein Auge. Über ihm stand ein Hobbit und beugte sich zu ihm herunter. Fast berührten sich ihre beiden Nasenspitzen.

„Siehste. Is nich’ tot. Ne, isser nich, der hier. Hat grad ein Auge aufgemacht.“ Faronthir öffnete auch das andere Auge. Der Hobbit hat ein vom Alter durchfurchtes Gesicht, ein Kranz grauer Haare umrahmte einen ansonsten kahlen Kopf. Dafür waren die Augenbrauen um so ausgeprägter. Jetzt grinste der Hobbit breit und offenbarte dabei einige Zahnlücken. „Ah, da, siehste, jetzt hatter auch das and’re Auge aufgemacht.“

„Wo bin ich hier?“, fragte Faronthir den Hobbit. Der blinzelte zweimal. „Na, am Gartenzaun biste. Bilsas Gartenzaun. Haste dir weh getan? Du siehs’ irgendwie schlecht aus, selbst für ein’ von den großen Leuten. Die halten ja allgemein nich’ viel aus, weisste, nich’ so wie wir, aber du siehs’ mir nicht gut aus, wirklich nicht.“

Faronthir schluckte. „Mein Kopf, bin von der Ziege gefallen.“
Der Hobbit nickte. „Siehste, was ich immer sag. Ziegen sind zum essen da. Oder für Milch. Aber nich’ zum drauf rumsitzen. Ich hab meinen Jungs das auch immer gesagt. Spielt nich’ mit den Viechern rum, habe ich gesagt. Tut sie in den Topf oder melkt sie, aber spielt nich’ damit, hab ich gesagt. Aber das kriegen wir schon wieder hin. Mein’ Frau, die kennt sich aus mit sowas. Wie das Schwein zuletzt sich weh getan hat, da hat sie das auch wieder hingekriegt. Ich geh die mal holen, die is’ grad nicht hier. Bleib du mal einfach so da liegen.“

Der Hobbit verschwand aus Faronthirs Blickfeld. Der alte Mann traute sich nicht, den Kopf zu drehen, aus Angst vor einer erneuten Schwindelattacke. Er hörte, wie Leute miteinander sprachen, und fragte sich, wie viele Hobbits wohl um ihn herum standen und ihn angafften. Er atmete tief durch. Noch war er sich nicht wirklich sicher, ob das Alles hier nicht nur ein Streich war, den ihm sein schmerzender Kopf spielte. Er schloss seine Augen wieder, und langsam driftete sein Verstand davon, zurück in die Dunkelheit.

 
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Geschrieben von - September 15, 2011 in Erzählung, Faronthir

 

Ein neues Buch – in Enedwaith

Faronthir saß, den Rücken gegen den Zaun gelehnt, auf dem Boden, und rieb sich den Hinterkopf. So hatte er sich die Geschichte nicht gedacht. Er war zusammen mit einer großen Gruppe aufgebrochen, um den Heimweg anzutreten. Den Heimweg nach Gondor, nach Minas Tirith. Durch die Pforte von Rohan sollte es gehen, vorbei an Isengard und dann über die Weiten Rohans. Doch schon in Enedwaith war die Reise zu Ende.

In einem trügerischen Gefühl der Sicherheit hatte sich der Tross in viele kleine Gruppen geteilt. Der Weg galt größtenteils als sicher, was sollte schon passieren? Bei Lhanuch wollten sie sich wieder sammeln und dann gemeinsam den Weg fortsetzen. Natürlich war es anders gekommen. Natürlich hatte Faronthir sich verlaufen. Natürlich hatten die Anderen nichts davon mitbekommen. Der alte Mann verließ die Gruppe, weil er etwas interessantes zwischen den Büschen im Weg zu sehen glaubte. Es stellte sich allerdings nur als ein Stein mit einer Delle heraus, in der etwas Wasser stand. Das Glitzern war Faronthir aufgefallen.

Nachdem Faronthir auf den Weg zurückgekehrt war, konnte er von seinen Reisegefährten nichts mehr sehen. Er machte sich deswegen keine Sorgen. Immerhin musste er nur der Straße folgen, oder? Und Achas, die weiße Säbelzahnkatze, war ja auch immer an seiner Seite.

Einige Kilometer weiter brach ein Rudel schwarzer Wölfe aus dem Unterholz hervor und griff an. Faronthirs Ziege verdrehte die Augen in Panik und rannte so schnell wie sie nur konnte. Faronthir, der gerade abspringen und zusammen mit Achas gegen die Wölfe kämpfen wollte, blieb in einem Steigbügel hängen, fiel zu Boden und wurde von der Ziege mitgeschleift. Er stieß sich irgendwo den Kopf und ihm gingen die Lichter aus.

Als er wieder zu sich kam, lag er flach auf dem Rücken. Seine Ziege stand ein Stück entfernt und kaute auf irgend etwas herum. Faronthirs Kopf pochte wild. Vorsichtig tastete er seinen Kopf ab und wimmerte, als seine Finger die Beule fanden. Sie fühlte sich so dick an wie ein Kinderkopf, mindestens. Er setzte sich auf, zog seinen Rucksack aus und wollte darin nach einer Salbe suchen. Aber der Rucksack hatte einen langen Riss, und viele der Tiegel und Töpfchen waren verschwunden. Die übrig gebliebenen Mittel konnten ihm in dieser Situation nicht helfen.

Faronthir fluchte unterdrückt. Auch das noch. Er fuhr sich mit der Hand über das Gesicht, während eine Truppe Trolle seinen Hinterkopf als Trommel benutzten. Erst nach einer ganzen Weile wurde ihm klar, dass er mit dem Rücken gegen einen Holzpflock gelehnt saß. Und der Pflock war Teil eines Zauns, der verdächtig nach einem Gartenzaun aussah. Das machte irgendwie keinen Sinn. Ein Gartenzaun, hier draußen?

Er stützte sich auf den Pflock und stand auf, um die Umgebung besser überblicken zu können. Er rieb sich die Augen. War das ein Smial, ein Hobbithaus? Fassungslos blickte er sich um. Da waren noch mehr Smials. Und gepflegte Gärten. Ja, Faronthir war sich jetzt absolut sicher. Er verlor den Verstand. Das musste es sein. Die Ziege konnte ihn unmöglich bis in das Auenland geschleift haben.

Seufzend setzte er sich wieder hin und verbarg sein Gesicht in den Händen.

 
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Geschrieben von - September 11, 2011 in Erzählung, Faronthir

 

Faelbrass

Ein furchtbarer Gestank liegt in der Luft. Wut. Zorn. Hass. Furcht. Schweiß, Blut und Exkremente. Der Lärm ist ohrenbetäubend, kaum dass man seine eigenen Gedanken hören kann. Der Himmel ist eine schwarz-graue, wogende Masse aus Wolken. Auch auf dem Boden wogt es, dort, wo die große Masse der Feinde steht. Sie halten keine besondere Schlachtordnung ein, sie wollen nur töten, reißen, fetzen. So feige ein einzelner Ork sein kann, so sind sie doch in so großer Zahl zu fürchten, speziell dann, wenn sie schon Blut geleckt haben. Und davon gab es schon reichlich.

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Geschrieben von - März 22, 2010 in Erzählung, Faelbrass

 

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Im Goldenen Barsch zu Stock

Im Goldenen Barsch zu Stock ging es hoch her. Nun, das tat es natürlich oft, waren die Hobbits doch ein fröhliches Volk und dem Trinken genau so wenig abgeneigt wie dem Essen. Es wurde gesungen und gelacht, das Bier wollte einfach nicht zur Neige gehen und der Pfeifenrauch hätte dazu ausgereicht, das gesamte Auenland in Nebel zu hüllen – mindestens!

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Geschrieben von - Januar 18, 2010 in Adaloc, Erzählung

 

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Ein Traum

Faronthir lag auf seinem improvisierten Lager und schlief unruhig. Sein Traum war wirr, Schatten jagten ihn, wiederliche Fratzen verhöhnten ihn und um ihn herum war lautes Jammern und Kreischen.Über allem lag eine Art Summen, das sich wie ein roter Faden durch den Traum zog. Manchmal glaubte Faronthir, in dem Summen eine Stimme zu hören, die zu ihm sprach, ohne dass er die Worte verstehen konnte. Aber sicherlich hätte er die Worte nicht besonders gemocht.

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Irgendwo auf Naboo

Diese Geschichte fällt unter die Kategorie “Weltfremd”, denn sie stammt noch aus meiner SWG-Zeit. Wer sich also nicht von LotRO ablenken lassen will, der sollte nicht weiterlesen ;)

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Geschrieben von - Juni 24, 2009 in Weltfremd

 

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Der Eremit

Vogelgezwitscher weckte Faronthir aus einem unruhigen Schlaf. In letzter Zeit konnte er sich nicht an seine Träume erinnern, doch er wachte immer mit einem unguten Gefühl auf. Außerdem fühlte er sich so erschöpft, als hätte er sich gar nicht erst hingelegt. Eine Weile blieb er noch liegen und lauschte dem Gesang. Viele Dinge gingen ihm durch den Kopf, gute wie schlechte, und wieder fragte er sich, was er nur tun sollte. Langsam musste er eine Entscheidung treffen, er konnte sich nicht für immer hier verstecken.

eremitEr stand mühsam auf, seine Knochen protestierten mit einem Knacken, und verließ den Raum, in dem er sich die letzten Tage aufgehalten hatte. Oder waren es vielleicht schon Wochen? Er wusste es nicht mit Sicherheit. Es war ein schöner Morgen, die Sonne schien und es war warm. Der kleine Vogel saß auf einem Gestrüpp, das aus der geborstenen Mauer der Ruine herauswuchs, und sang sein Lied. Lächelnd ging Faronthir auf das kleine Tier zu und streckte die Hand danach aus. Der Vogel plusterte sich auf, tschilpte protestierend und flog davon.

Die Hand immer noch ausgestreckt, verblasste Faronthirs Lächeln. Von diesem kleinen Geschöpf abgelehnt zu werden tat ihm in der Seele wehe. Und es geschah nicht zum ersten Mal. Seit Faronthir dieses… Ding mit sich herumtrug, wollte kein Tier mehr in seiner Nähe sein. Scheinbar konnten sie es fühlen. Ihm fiel seine erste Begegnung mit Yarna wieder ein, und wie er eine Karte vom Stapel ihrer Tarot-Karten genommen hatte. Der Eremit. Wie bezeichnend.

Er ließ die Hand langsam sinken, neigte den Kopf und schlich zurück in seinen Unterschlupf. Wenn dies sein Schicksal sein sollte, was konnte er schon dagegen tun?

 

Berrik

“Verdammt!” Berriks Faust donnerte auf den Tisch, und die darauf befindlichen Figuren und Modelle schwankten. “Das ist doch Wahnsinn! Osgiliath ist nur noch die Leiche, das abgezehrte Knochengerüst einer Stadt! Es ist Wahnsinn, wieder und wieder Menschen in den Tod zu schicken, um sie zu halten!”

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Geschrieben von - Mai 5, 2009 in Berrik, Erzählung

 

Die verschwundenen Kinder

“Nein, also. Nein. Was diese Menschen so treiben, es ist doch nicht zu glauben. Entführen ihre eigenen Kinder! Also, nicht die eigenen, Kinder vom eigenen Volk, sollte ich wohl sagen. Egal! Es ist einfach unglaublich!”

Mornur saß zusammen mit Faronthir vor dessen Haus und schilderte ihm die Geschichte, die er erlebt hatte.

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Geschrieben von - April 20, 2009 in Erzählung, Mornur

 

Medaillon

Es ist doch seltsam, welche Wirkung bestimmte Stichworte haben können. Nun sitze ich hier und betrachte das alte Medaillon, welches ich immer um den Hals trage. Wie lange habe ich es nicht mehr bewusst betrachtet? Fast schon habe ich ein schlechtes Gewissen. Doch das blanke Metall zeigt, wie oft ich es in die Hand nehme.

Wenn ich die Sippe so sehe, die Liebschaften und das teilweise vorherrschende Gefühlschaos, dann betrachte ich es aus einem entfernten Blickwinkel. Es ist fast so, als ginge es mich nichts an. Oder, nein, das ist nicht der richtige Ausdruck. Ich habe… Ich durfte etwas erleben, was nur wenige je erlebt haben oder erleben werden. Und obwohl es so früh endete, erfüllt es mein Innerstes noch bis heute. Auch wenn ich dem nicht oft genug meinen Dank zolle.

Ich betrachte noch einmal das Medaillon und die darin eingearbeiteten Buchstaben, fahre mit einem Finger über die Konturen, nehme es in die Hand und schließe die Augen. Auch ohne es zu betrachten kann ich das eingravierte Wort vor mir sehen. Es ist ein Name, den ich mein Leben lang nie vergessen werde, eine Person, die mir wichtiger war als alles andere auf dieser Welt.

Ich hänge mir die Kette wieder um den Hals, spüre das Gewicht und das Metall auf meiner Haut. Ich trage das Medaillon nahe an meinem Herzen, wo ich auch den Namen trage.

Caitlin

 
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Geschrieben von - April 7, 2009 in Erzählung, Faronthir

 
 
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