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Archiv der Kategorie: Faronthirs tierische Begleiter

Geschichten von und mit Archo (Rabe), Baran (Bär), Dolen (Luchs) Hirion (Adler) und/oder Achas (Säbelzahntiger). Die Liste kann sich im späteren Verlauf natürlich noch verlängern, wer weiss denn schon, was Turbine uns noch so serviert.

Gehst Du nach Dannenglor…

…dann nimm einen Zwergen mit.

Diese Erfahrung musste ich gestern machen. Es gibt diesen Ort in Süd-Düsterwald, der als Grimmlager bekannt ist. Ein Gebäude – das einzig erhaltene um genau zu sein-  wird ‘Das heimgesuchte Gasthaus’ genannt. Dort erhielt ich von dem Elben Fernachar die Aufgabe, vermisste Kundschafter in Dannenglor, einer alten Feste nördlich des Grimmlages, zu suchen. Tatsächlich machte ich mir direkt wenig Hoffnung. Ich war zuvor schon einmal kurz an diesem Ort gewesen, und er war von finsteren Kreaturen überrannt. Doch waren diese Kundschafter Elben, und denen traue ich einiges zu.

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Frei

Es ist geschafft. Ich weiss immer noch nicht so genau, wie und warum, aber es ist geschafft.

Eine seltsame Geschichte. Nach meinem Traum rappelte ich mich auf, um zu den Anderen zu gehen. Doch unterwegs kam mir der Gedanke, dass ich besser erst einmal zu meinem Haus gehen sollte. Ich sah eher verboten aus in meiner zerschlissenen und verdreckten Kleidung. Mein Haus in der Siedlung Falathorn lag leer und verlassen da. Kein Tier war in der Nähe zu sehen, und das tat mir in der Seele weh.

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Ein Traum

Faronthir lag auf seinem improvisierten Lager und schlief unruhig. Sein Traum war wirr, Schatten jagten ihn, wiederliche Fratzen verhöhnten ihn und um ihn herum war lautes Jammern und Kreischen.Über allem lag eine Art Summen, das sich wie ein roter Faden durch den Traum zog. Manchmal glaubte Faronthir, in dem Summen eine Stimme zu hören, die zu ihm sprach, ohne dass er die Worte verstehen konnte. Aber sicherlich hätte er die Worte nicht besonders gemocht.

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Nicht mehr allein

Ich bin nicht mehr allein. Wie sie es geschafft hat, weiss ich nicht, doch gestern Abend stand auf einmal Achas vor dem Eingang meiner Zufluchtsstätte. Vermutlich hat sie ihre feine Nase hierher geführt, oder sie besitzt einen Instinkt, der mir unbekannt ist. Sie stand einfach nur da und blickte in meine Kammer hinein. Hätte der Wind nicht gedreht und ihren Geruch in meine Richtung getragen, ich hätte sie vermutlich überhaupt nicht bemerkt.

Mir schlug das Herz bis zum Hals. Ich hatte sie sofort erkannt, aber ich hatte Angst davor, wie sie auf mich reagieren würde, nachdem ich ihr und den Anderen so übel mitgespielt hatte. Ganz vorsichtig bin ich auf sie zugegangen. Ihre Augen waren – es ist schwer zu beschreiben. Da war keine Anklage, sondern Verständniss und eine grimmige Entschlossenheit. Ich streichelte über ihren großen Kopf, dann sank ich auf die Knie und umarmte das Tier. Wie lange ich so dort hockte, weiss ich nicht, aber es hat mir unheimlich gut getan.

Wir waren dann noch unterwegs – sie drängte mich geradezu, mein Verteck zu verlassen. Einen Widerspruch hätte sie sicher nicht zugelassen. Ich habe mich vorsichtig unter die Leute am Bühl gemischt – ist denn tatsächlich schon wieder ein Fest im Gange – und habe mir dort frische Nahrungsmittel besorgt.

Aber noch bin ich nicht bereit, mein Versteck endgültig zu verlassen. Noch nicht. Ich bin immer noch nicht völlig Herr über mich selbst. Ob ich das jemals wieder sein werde?

 

Am Spiegelsee

Es geschah, als Faronthir einen Blick in den Spiegelsee werfen wollte. Froh darüber, den dunklen Gängen Morias entkommen zu sein, und sei es nur für eine Weile, hatte Faronthir die frische Luft und das Licht der Sonne genossen. Seine positive Stimmung hatte ihn unvorsichtig gemacht. Einen Blick in den Spiegelsee werfen, ja, das musste es jetzt sein.

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Veränderungen I

Es war ein seltsamer Zug, den man dieser Tage in Auenland sehen konnte. Da war zunächst ein alter Mann, der eine Robe trug und sich auf einen Stab stützte. Auf dem Rücken trug er einen prall gefüllten Rucksack und auf seiner Schulter saß ein Rabe, mit dem er sich ab und an zu unterhalten schien.
Direkt neben dem Mann lief eine der großen weißen Raubkatzen, wie man sie in Forochel vorfinden konnte. Die Großkatze lief völlig frei, es gab keine Leine, und der alte Mann schien auch nicht besonders auf das Tier aufzupassen. So mancher Hobbit, der diesem Zug unbedarft entgegenkam, warf sich hinter den nächsten Baum oder Busch.

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Bletta

Oh Evendim, See des Zwilichts, Nenuial, an den Quellen des Baranduin. An deinen Ufern liegen die Reste von Annúminas, der einstigen Hauptstadt des Königreiches des Nordens, Arnor. Wie großartig, wie lebendig müssen die Stadt und die Region einst gewesen sein, zu Elendils Zeiten. Doch heute liegen die großen Bauten verlassen da, überwachsen, von Wasser bedeckt und oft in Trümmern.

Einige vom Volk der Dúnedain leben noch hier, Waldläufer des Nordens sind sie, immer dies Land bewachend, bis der König eines Tages wiederkehrt und die Reiche des Nordens und Südens, Arnor und Gondor, wieder zu neuem Glanze führt. Gering ist ihre Zahl, doch um so größer ist ihre Entschlossenheit. Auf Tinnundir, einer kleinen Halbinsel, die in den Nenuial hineinragt, haben sie ihr Lager und stehen jenen, die wie sie gegen den Feind stehen, mit Rat und Tat zur Seite.

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Aus dem Notizbuch

An diesem Abend schrieb Faronthir mit schön geschwungenen Zeichen in sein Tagebuch:

Die Sippe Sonnenwind erscheinet mir angenehm, indess sie durch ihre Thaten und ihr Reden einen anderen Eindruck ghebet, als ich bevordem zu erkennen in der Lage wart. Sie befleißigten sich untereinander eines Thones, welcher mich abermalig zum Heben meiner Brauen bringet. Ich muss jedoch gestehen, daß es mein Herze erfreuet, in diesen Zeiten des Dunkels noch derlei Quellen des Lichtes zu gewahren. Nun bin ich umhergetrieben mit dem Gedanken an meinen Mentor. Von welcher Art wird er sein?

Darunter befindet sich noch ein Nachtrag, der interessanterweise mit weniger Sorgfalt und einem etwas anderen Tonfall niedergeschrieben wurde.

Archo hat mich beinahe wieder blamiert. Eines Tages werde ich ihn vielleicht doch rupfen und in die Suppe thun.

 

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Faronthir Naratas

Skraawk!

Der große, schwarze Rabe krächzte missmutig, legte den Kopf schief und starrte von dem Regal, auf dem er saß, auf den Mann unter ihm herunter. Dieser lag mit dem Kopf auf dem Tisch, die Arme seltsam verdreht seitlich neben sich liegend, mit einer Hand in einer kleinen Pfütze Tinte. Er hatte sich gestern über Stunden hinweg völlig in einige Schriftrollen vertieft und schien die Welt um sich herum völlig vergessen zu haben. Und wahrscheinlich war das auch so.

Man konnte Faronthir vieles nachsagen, aber wenn man ihn als “zerstreut” bezeichnen würde, dann wäre das die Untertreibung dieses Zeitalters. Wenn er sich morgens nach dem Aufstehen anzog, dann war es nicht ungewöhnlich, wenn er 2 verschiedene Socken an den Füßen trug oder den linken und den rechten Stiefel vertauschte. Vor einigen Jahren gab es diese Begebenheit, als eines morgens völlig vergaß, sich anzuziehen und dann splitternackt… aber das gehört nicht hierher.

Letzte Nacht war wieder so ein Fall gewesen, wo Faronthir schlicht vergessen hatte, dass man sich des Nachts hinlegt. Aber ein menschlicher Körper verlangt früher oder später sein Recht, und so war er mitten im Lesen eingeschlafen, mit dem Kopf auf dem Tisch. Jetzt schreckte er hoch. “Nein, Sire, ich denke nicht dass… erhem. Erm. Was… Oh, Archo. Ich… wo… Ahja.” Er fuhr sich mit der Hand durch das Gesicht und bemalte sich dabei mit der Tinte. Es sah ein wenig wie Kriegsbemalung aus. Archo schwang sich elegant vom Regal herunter und segelte das kurze Stück hinüber zum Fenster, wo er an einem der Vorhänge zerrte, um Tageslicht eindringen zu lassen.

“Ah! So früh ist das noch! Und ich dachte schon, ich hätte mal wieder die ganze Nacht durchgemacht. Dann kann ich ja noch ein wenig weiterarbeiten.”

Selten hatte jemand einen Raben so abgrundtief stöhnen hören.

 

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